Defekte Apps
Eine defekte App ist noch installiert und funktioniert möglicherweise sogar einwandfrei — aber Windows kann sie nicht mehr deinstallieren, reparieren oder aktualisieren. Das ist der Fall „Programm hängt fest", und der übliche Rat dazu lautete bisher, die Registry von Hand zu bearbeiten.
Defekte Apps erscheinen mit dem Typ Defekte App.
Was kaputt ist
Programme, die über den Windows Installer (MSI) installiert wurden, tragen ihr Deinstallationsprogramm nicht im Programmordner mit sich. Windows behält eine zwischengespeicherte Kopie des Installationspakets in eigenem Speicher und verwendet diese Kopie, wann immer die App deinstalliert, repariert oder aktualisiert werden soll.
Verschwindet diese .msi-Datei — weil ein Aufräumwerkzeug sie gelöscht hat, ein Laufwerksfehler sie beschädigt hat oder eine Migration sie zurückgelassen hat — dann gilt:
- Deinstallieren scheitert.
msiexecfindet das benötigte Paket nicht. - Reparieren scheitert, aus demselben Grund.
- Updates scheitern, weil ein MSI-Update gegen das zwischengespeicherte Paket angewendet wird.
- Der Eintrag bleibt für immer unter Programme und Features stehen.
Das Programm selbst funktioniert oft weiterhin. Es ist nur nicht mehr verwaltbar.
Wie O&O AppBuster das erkennt
Für jede MSI-basierte App geht O&O AppBuster so vor:
- Es liest den Deinstallationsbefehl, den Windows für sie hinterlegt hat, und prüft, ob er
msiexecverwendet. - Es entnimmt die Produkt-GUID aus diesem Befehl.
- Es sucht den Pfad des zwischengespeicherten Pakets (
LocalPackage) in den Windows-Installer-Benutzerdaten — über alle Benutzerprofile hinweg, nicht nur über Ihres. - Es prüft, ob diese Datei tatsächlich existiert.
Fehlt das hinterlegte Paket, wird die App als defekt gekennzeichnet. Ist überhaupt kein Paketpfad hinterlegt, das Produkt aber weiterhin unter HKCR\Installer\Products registriert, gilt das ebenfalls als defekt.
Apps, deren Deinstallationsbefehl ein normales Programm statt msiexec ist, werden nie als defekt eingeordnet — sie bringen ihr eigenes Deinstallationsprogramm mit und sind von diesem Problem nicht betroffen. Apps ohne gültige Produkt-GUID werden übersprungen statt geraten.
Programme, die über ein MSI installiert werden, sich aber zusätzlich als Windows-Paket registrieren — Visual Studio Code und TortoiseGit sind typische Beispiele — werden ebenfalls geprüft. Bei ihnen sucht O&O AppBuster die passende MSI-Registrierung über den Anzeigenamen.
Eine defekte App entfernen
Dies ist der eine Fall, in dem O&O AppBuster das Deinstallationsprogramm der App bewusst nicht verwendet — weil dieses nicht funktionieren kann. Stattdessen entfernt es die App direkt:
- Die Windows-Installer-Produktregistrierung wird entfernt, einschließlich der zugehörigen Benutzerdaten-Einträge.
- Die Deinstallations-Registry-Einträge werden entfernt — aus der 64-Bit-Sicht, der 32-Bit-Sicht und dem Zweig des aktuellen Nutzers.
- Die verbliebenen Dateien der App werden gelöscht, sofern ihr Installationsverzeichnis noch existiert.
Es wird kein externer Installationsprozess gestartet, sodass nichts auf halbem Weg beim Warten auf ein nicht vorhandenes Paket steckenbleiben kann.
Wählen Sie die App aus und klicken Sie auf Entfernen, genau wie bei jeder anderen App. Nach dem nächsten Aktualisieren (F5) ist sie aus der Liste verschwunden.
Das ist der wichtige Unterschied zu einer verwaisten App. Ein verwaister Eintrag ist ein Überrest — dahinter steht kein funktionierendes Programm. Eine defekte App ist ein funktionierendes Programm mit beschädigtem Installer. Ihre Entfernung entfernt echte Software.
Entscheiden Sie also zuerst: Möchten Sie das Programm weiter nutzen oder loswerden?
- Loswerden → hier entfernen. Das ist der einzige Weg, der funktioniert.
- Behalten → in Ruhe lassen oder mit der aktuellen Setup-Datei des Herstellers darüber neu installieren. Eine frische Installation legt ein frisches zwischengespeichertes Paket an und macht die App wieder verwaltbar.
Wenn Dateien in Benutzung sind
Weil eine defekte App meist noch im Einsatz ist, ist die Wahrscheinlichkeit höher als sonst, dass einige ihrer Dateien blockiert sind. O&O AppBuster bietet die gewohnten Möglichkeiten: die blockierenden Programme schließen und fortsetzen, das Löschen auf den nächsten Neustart verschieben, oder die App überspringen.
Starten Sie den PC neu, wenn Sie dazu aufgefordert werden — sonst bleibt ein Teil des Programms zurück.
Vorbeugen
Defekte Apps sind größtenteils selbst verursachter Schaden durch übereifrige Aufräumwerkzeuge. Der Windows-Installer-Zwischenspeicher unter %WINDIR%\Installer sieht wie ein großer Ordner voller Dateien aus, die niemand braucht — und ist genau das, was Windows benötigt, um Ihre Software verwaltbar zu halten.
Lassen Sie kein Aufräumwerkzeug %WINDIR%\Installer löschen. Dort gesparter Platz wird später bezahlt.
Wenn der Chip „Defekt" nicht erscheint
Der Smart-View-Chip Defekt wird nur angezeigt, wenn tatsächlich defekte Apps gefunden wurden. Auf einem gesunden System ist er gar nicht vorhanden.