Desktop-Apps
Desktop-Apps sind die klassischen Windows-Programme: über eine Setup-Datei installiert, unter Programme und Features aufgeführt und durch ihr eigenes Deinstallationsprogramm zu entfernen. In O&O AppBuster tragen sie den Typ Desktop-App.
Wie O&O AppBuster sie findet
O&O AppBuster liest die Deinstallations-Registrierungen von Windows direkt aus — an mehr Stellen, als die Windows-Seite Apps & Features betrachtet:
| Ort | Was dort gefunden wird |
|---|---|
HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Uninstall | Rechnerweite Installationen (64 Bit) |
HKLM\SOFTWARE\Wow6432Node\...\Uninstall | 32-Bit-Installationen auf einem 64-Bit-Windows |
HKU\<SID>\SOFTWARE\Microsoft\...\Uninstall | Benutzerbezogene Installationen jedes angemeldeten Profils |
HKCR\Installer\Products | Windows-Installer-Produktregistrierungen |
Der letzte Punkt macht O&O AppBuster gründlicher als den Windows-Dialog: Ein Programm kann als installiertes Windows-Installer-Produkt registriert sein, ohne einen sichtbaren Deinstallations-Eintrag zu besitzen — und genau solche Registrierungen blockieren später eine Neuinstallation.
Benutzerbezogene Installationen werden für geladene Benutzerprofile gelesen, also für angemeldete Konten. Software, die ein anderer Nutzer nur für sich installiert hat, während er abgemeldet ist, ist nicht sichtbar.
Desktop-Apps entfernen
Desktop-Apps werden durch ihr eigenes Deinstallationsprogramm entfernt. O&O AppBuster startet es und wartet, bis es fertig ist. Das ist Absicht: Das Deinstallationsprogramm kennt Dienste, Treiber, geplante Aufgaben und Dateizuordnungen, die ein pauschales Löschwerkzeug zurücklassen würde.
Was das für Sie bedeutet:
- Möglicherweise erscheint das Fenster des Deinstallationsprogramms, und Sie müssen dessen Dialoge bestätigen. Manche fragen, ob Einstellungen erhalten bleiben sollen, oder verlangen, dass das Programm zuvor geschlossen wird. O&O AppBuster kann diese Fragen nicht für Sie beantworten.
- Es gibt keinen Geltungsbereich. Desktop-Apps kennen keine benutzerbezogene Deinstallation, daher gilt die Auswahl im Entfernungsdialog für sie nicht. Der Dialog weist darauf hin, wenn Ihre Auswahl Desktop-Apps enthält.
- Auswahlen werden nacheinander bearbeitet. Entfernen Sie zehn Desktop-Apps, laufen zehn Deinstallationsprogramme der Reihe nach, und Sie klicken sich möglicherweise durch zehn Dialogfolgen.
Nach dem Deinstallationsprogramm
Deinstallationsprogramme arbeiten nicht immer sauber. O&O AppBuster räumt die Deinstallations-Registrierung im Anschluss auf, wenn sie zurückgelassen wurde — in der 64-Bit- und der 32-Bit-Sicht der Registry sowie im Zweig des aktuellen Nutzers. So spukt die App nicht weiter in der Liste Programme und Features.
Ändern
Manche Desktop-Apps hinterlegen neben dem Deinstallationsprogramm auch eine Option zum Ändern oder Reparieren. Wo diese vorhanden ist, bietet das Kontextmenü der App Ändern an, wodurch das Installationsprogramm in seinem Änderungsmodus startet. Nutzen Sie das, wenn sich ein Programm auffällig verhält und Sie es eher reparieren als entfernen und neu installieren möchten.
Sie zurückholen
O&O AppBuster kann eine Desktop-App nicht neu installieren. Sobald ihr Deinstallationsprogramm gelaufen ist, brauchen Sie die eigene Setup-Datei des Programms.
Was O&O AppBuster für installierte Desktop-Apps hingegen tun kann, ist sie zu aktualisieren, sofern der Windows-Paket-Manager sie kennt.
In dieser Kategorie zahlt sich ein Systemwiederherstellungspunkt aus. Das Entfernen einer Windows-App ist umkehrbar; das Entfernen einer Desktop-App, deren Installationsprogramm Sie nicht mehr haben, nicht.
Brücken-Apps: Desktop-Apps, die wie Store-Apps aussehen
Manche Programme werden über ein MSI installiert, registrieren sich aber zusätzlich als Windows-Paket — Visual Studio Code und TortoiseGit sind gängige Beispiele. Solche „Brücken"-Apps würden sonst doppelt erscheinen oder fälschlich als Store-Apps gelten, die sich pro Nutzer entfernen ließen.
Genau deshalb liest O&O AppBuster die Registry vor dem Paket-Manager. Eine solche App wird als die Desktop-App eingeordnet, die sie tatsächlich ist, und die Paketinformationen werden in diesen einen Eintrag übernommen.
Die praktische Folge: Eine Brücken-App wird durch ihr MSI-Deinstallationsprogramm entfernt — der einzige Weg, der bei ihr wirklich funktioniert.
Was Sie vor dem Entfernen prüfen sollten
- Treiber und Hardware-Hilfsprogramme. Das Herstellerwerkzeug zu entfernen kann Funktionen kosten, die Windows nicht ersetzt.
- Laufzeitumgebungen wie die Visual C++ Redistributables und .NET-Laufzeiten. Sie sehen wie verzichtbarer Ballast aus und sind es nicht: Andere Programme hängen von ihnen ab, oft unbemerkt.
- Komponenten, die von einer größeren Programmsuite installiert wurden. Ein Eintrag, dessen Name nach Add-in oder Plugin-Dienst klingt, gehört meist zu einem übergeordneten Programm. Ihn zu entfernen beschädigt das übergeordnete Programm, nicht nur sich selbst.
- Apps, deren Eintrag Sie nicht zuordnen können. Sehen Sie zuerst in die Eigenschaften — Hersteller, Installationsverzeichnis und Installationsdatum identifizieren den Eintrag meist zuverlässig.
O&O AppBuster empfiehlt behalten für alles, was es nicht ausdrücklich als verzichtbar einordnet — was die meisten dieser Fälle abdeckt.